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Weizenkeime selbst ziehen

Frische Weizenkeime selbst zu ziehen ist ganz einfach. Wozu? Neben hohen Mengen an B-Vitaminen, Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Selen und Phosphor enthalten sie auch besonders viel Spermidin – eine Substanz, der eine wesentliche Rolle in Sachen Anti-Aging und Krankheitsschutz zugeschrieben wird.

Die Chinesen haben es schon vor 3.000 Jahren getan, heutzutage heißt es „Sprouting“ und liegt voll im Trend: das Züchten gesundheitsfördernder Keime und Sprossen aus verschiedensten Samenkörnern. Es ist preisgünstig, nicht aufwendig und lohnt sich, denn die kleinen Kraftpakete enthalten weit mehr Vitalstoffe als normales Gemüse. Das liegt daran, dass beim Wachstumsprozess der kleinen Pflänzchen eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen entsteht.

Die Keimlinge des Weizenkorns haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind mit rund 0,4 Milligramm pro Gramm eines der spermidinreichsten Lebensmittel. Je frischer, unverarbeiteter und hochwertiger sie sind, desto höher ihr Spermidin-Gehalt. Sie selbst zu ziehen und roh ins Müsli oder auf den Salat zu streuen, ist deshalb besonders empfehlenswert. Mit ihrem nussigen, süßlichen Aroma eignen sie sich übrigens auch bestens zum Verfeinern von Desserts.

Aufzucht im Keimglas

Eine besonders einfache Methode, Weizenkeime selbst zu ziehen, ist der Anbau im Keimglas. Es ist für wenige Euro im Reformhaus erhältlich und besitzt einen durchlöcherten Deckel, der mit einer Stellvorrichtung kombiniert ist. Diese sorgt dafür, dass das Glas auch in Schräglage stehen bleibt und das überschüssige Gießwasser ablaufen kann. Im Reformhaus kannst du auch gleich die Weizenkörner besorgen – am Besten natürlich in Bio-Qualität.

Dann kann auch schon die Aufzucht starten:

  • Zuerst spülst du die Weizenkörner mit kaltem Wasser durch und weichst sie anschließend für acht bis zwölf Stunden im Keimglas ein. Bei der Menge der Körner gilt die Devise weniger ist mehr: Drei oder vier Esslöffel reichen meist aus, denn erstens vervielfachen sich Größe und Gewicht beim Wachstumsprozess und zweitens schimmeln die Körner leichter, wenn sie dicht gedrängt übereinander liegen.
  • Nach dem Einweichen wäscht du die Körner noch einmal unter fließendem Wasser ab. Dann gibst du sie wieder ins Keimglas, schließt den Deckel, drehst das Glas um und stellst es im 45-Grad Winkel auf einen kleinen Teller, auf den das überschüssige Wasser abfließen kann.
  • Die Körner bzw. Keime müssen ab diesem Zeitpunkt zwei bis drei Mal am Tag gewässert werden: Durch den Deckel Wasser ins Keimglas laufen lassen, kurz durchspülen, Wasser wieder abgießen, Glas im 45-Grad-Winkel auf den Teller stellen.
  • Nach rund drei oder vier Tagen sind die Körner gekeimt und können geerntet werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks sind sie – wenn du sie täglich durchspülst – meist mehrere Tage haltbar.

Noch ein wichtiger Hinweis: Wenn sich an den Wurzeln der Keimlinge feine weiße Härchen bilden, handelt es sich normalerweise nicht um Schimmel! Wer auf Nummer sicher gehen will macht die Geruchsprobe: Weizenkeime sollten nie modrig, sondern scharf-würzig riechen.

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